Montanbanat
Montanbanat
Rumäner, Ungarn, Deutsche, Serben, Kroaten, Slowenen, Roma, Zigeuner, Bulgaren, Slowaken, Tschechen, und weitere Nationalitäten in friedlichem Miteinander!
In Ungarn hießen alle Grenzprovinzen, über die ein Ban herrschte, Banat.
Nach den Türkenkriegen bestand nur noch ein Banat, das Temeswarer, das diese Benennung nach dem Passarowitzer Frieden erhiehlt, ohne jedoch jemals einen Ban als Herrscher gehabt zu haben
(Meyers Großes Konversationslexikon, Band 2, 1903).
Das Banat umfasste die Komitate Temesch, Torontal und Krasso (Karasch), sowie die Banater Militärgrenze und hatte 28.040 Km². Die Banater Grenzen lagen im Norden an der Marosch, im Westen an der Theiss, im Osten an den Ausläufer der Karpaten und im Süden an der Donau.
Vor über 2.000 Jahren war das Banat ein Teil Dakiens (siehe auch meine Sekuler Chronik).
Wurde das Banat durch die Einfälle der Tataren und Mongolen verwüstet, erlitt es aber nach dem 14. Jahrhundert eine noch schwerere Zeit. Fast 300 Jahre lang litt es unter dem Ansturm der Türken gegen die Ungarn.
Erst 1716 wurde das Banat von der türkischen Eroberung befreit, und begann sich rasant zu entwickeln.
Besondere Verdienste um die Widergeburt des Banats erworben sich Graf Mercy und später Maria Therezia (Sekuler Chronik), die insbesondere im Montanbanat den Bergbau förderte, neue Dörfer mit deutschen Handwerkern und Facharbeiter gründete.
Höchstwahrscheinlich kamen in dieser Zeit auch unsere Ahnen ins Banat.
Banater Bergland - Chronik
100 v. Chr. - 100 n. Chr.
Bekannte Dakersiedlungen im jetzigem Caras- Severin: Bersobis (Berzovia), Tibiscum (bei Karansebesch), Dierna (Orsova), Tapae (am Eisernen Tor Siebenbürgens).
50 v. Chr. - 44 v. Chr.
König Burebista einigt die Dakerstämme, die im Banater Berggebiet ihre wichtigsten Festungen haben.
101 - 102
Der römische Kaiser Traian überquert auf Pontonbrücken die Donau, um die Daken Dezebal' s
zu bezwingen. Bei Tapae und Sarmisegetusa werden die Daken, trotz ihrer Mut und Tapferkeit, von den überlegenen Legionen geschlagen und Dezebal gezwungen sich dem Friedensdiktat der Römer zu beugen.
105
Apollodor von Damaskus baut eine 1135 m lange, 15 m breite Brücke über die Donau, bei Drobeta (Turnu Severin), ein wahres "Weltwunder" und architektonisches Meisterwerk seiner Zeit.
105 - 106
Traian zieht erneut in den Krieg gegen die Daken. Er überquert die Donaubrücke und dringt bis Sarmisegetusa, die Hauptfestung der Daken. Nach blutigen Kämpfen erobern die Römer einen größeren Teil Dakiens und wandeln es in die kaiserliche Provinz Dacia um. Dezebal und einige seiner Getreuen begehen Selbstmord, um nicht in römischer Gefangenschaft zu gelangen.
3. - 4. Jahrhundert
Die Goten dringen in das Banat ein. Es folgen die Hunnen, Gepiden, Götten, Kelten, Slawen, Awaren,Bulgaren, Petschenegen, Madjaren. Die Dako - Romanen, Vorfahren der Rumänen haben aber in der ganzen Zeit das Land nicht verlassen und diese ganze wandernde (oder auch plündernde und vernichtende) Völker recht unbeschadet überstanden.
7. Jahrhundert
Die Einheimischen und die eingedrungenen Slawen beeinflussen sich gegenseitig, was Auswirkungen auf der Sprache, Bräuche und Lebensart der entstehenden Rumänen haben wird.
9. - 11. Jahrhundert
Die Magyaren dringen nach Panonien ein und stoßen von da aus bis zum jetzigen Augsburg, müssen sich aber bald wieder zurückziehen. Unter Geza übernahmen sie den christlichen Glauben an und wurden im Gebiet des jetzigen Ungarn sesshaft.
Um die Jahrtausendwende besiegten die Magyaren den rumänisch - slawischen Wojewoden Glad und behaupteten somit ihre Herrschaft unter anderem auch über dem Banat.
12. - 13. Jahrhundert
Geza II siedelte als Erster deutsche Ansiedler in Siebenbürgen (die Siebenbürger Sachsen), sowie auch in der Gegend um Karansebesch und Lippa an. Das Komitat Karasch wird erstmalig Dokumentar erwähnt. Einfall der Mongolen und Kumanen in Ungarn, Siebenbürgen und Banat.
1316
Der ungarische König Karl Robert von Anjou erklärt Temesvar (Temeschburg) zu seiner Hauptstadt.
1333
Aus Glaubensgründe Vertriebene katholische Slawen aus Bulgarien und Serbien lassen sich in der Gegend von Karaschowa nieder und gründen hier eine Reihe slawischer Dörfer, die auch heute noch bestehen.
1354
Die Türken dringen in Europa ein.
1389
In der Schlacht bei Kossowopolje besiegen die Türken die Slawen und dringen dann bis an die Donau.
15. Jahrhundert
Johannes Hunyadi, rumänisch - siebenbürgischer Herrscher und später sein Sohn Matthias Corvinus gewinnen mehrere wichtige Schlachten gegen den Türken und halten sie raus aus dem Banat.
16. Jahrhundert
Nach und nach nehmen die Türken wichtige Festungen und Städte ein und breiten sich westlich aus: Belgrad und Buda fallen, und in 1529 stehen die Türken erstmalig vor Wien. Das größte Teil des Banats ist von ihnen besetzt.
1673
Reschitz wird zum ersten Mal erwähnt.
1687
Ungarn wird habsburgische Monarchie, das Banat wird den Türken entrissen.
1688
Belgrad wird auch befreit, durch den Österreicher.
1690
Die Türken erobern Belgrad zurück. 80000 griechisch - orthodoxe Serben verlassen ihre Heimat und siedeln sich unter anderem auch im Banat an.
1718
Geburtsjahr der Kaiserin Maria Theresia (1740 - 1780), die eine wichtige Rolle in der Geschichte der Deutschen in Banat spielt.
1722 - 1726
"Einrichtungsbefehl" der Krone an Graf Mercy, bildet die Grundlage des "Ersten Schwabenzuges".
1737
Anwerbung dt. Kolonisten beginnt wieder, "Kleiner Schwabenzug", von der Hofkammer eingeleitet, dauert bis 1738.
1738
Österreichisch - Türkischer Krieg
1739
Österreichische Truppen unter Marschall Wallis werden bei Belgrad geschlagen.
1744 - 1752
"Zweiter Kleine Schwabenzug" von der Hofkammer eingeleitet (Neu - Beschenova, Sankt - Andres).
1771
Ansiedlungspatent der Kaiserin-Königin Maria Theresia bildet die Grundlage des "Zweiten Großen Schwabenzuges" = "Theresianischer Schwabenzug".
1784
Auswanderungspatent wird Grundlage des "Dritten Großen Schwabenzuges".
1907
Auswanderungswelle nach Nord-Amerika, 197.000 Deutsche aus Ungarn.
1918
Ungarn trennt sich von Österreich, wird Republik.
1919
Nach dem 1. Weltkrieg werden das Banat und Siebenbürgen Rumänien zugesprochen.
Bibliographie:
Das Banat und die Banater Schwaben, München, Landsmannschaft der Banater
Schwaben aus Rumänien in Deutschland e.V., 1981
Franz Griselini, Aus dem Versuch einer politischen und natürlichen Geschichte des
Temesvarer Banats in Briefen an Standespersonen und Gelehrte, 1716-1778, Wien, 1780
"Multi-Kulti": in Banat funktioniert es!