Sekuler Industriegeschichte
Sekuler Industriegeschichte
Anfänge einer über 200 Jahre alten Industriegeschichte
Dokumentar bewiesen ist dass 1769 der Bergmeister Delius die Reschitzer Gebirge nach Bodenschätze durchforschen lies. Dabei wurden die Eisenerz Lager von Delinescht und Tirnova, und vermutlich auch die Steinkohlevorkommen von Doman und Sekul entdeckt.
In 1771 wurden in Reschitz die ersten zwei Hochöfen angeblasen, der Anfang einer über 200 Jahre langen, erfolgreichen Arbeitertradition.
1793 wurde Franzdorf gegründet, mit oberösterreichischen und rumänischen Holzfällern und Köhlern.
Alexander Tiez beschreibt eindrucksvoll mit welch gemischten Gefühle diese Pioniere sich in die Urwälder des Semenik niederließen. Franzdorf verdankt seinen Namen dem österreichischen Kaiser Franz, der in Wien die Kolonisten verabschiedete.
Der Weg den ich am Anfang beschrieben habe, die Verbindung zwischen Reschitz und Franzdorf (Valiug), wurde 1806 fertig gestellt und machte die bisherige Holzflößerei auf der Bersau (Birzava) zwischen Franzdorf und Reschitz überflüssig.
Da es Dokumente gibt die besagen dass 1819-1820 Versuche gemacht wurden die Frischöfen mit Sekuler und Domaner Kohle anzufeuern, muss mein Heimatdorf wohl in den Zeitraum 1770...1820 gegründet worden sein.
Die "Pehma" kommen!
1828 werden von der österreichischen Hofkammer die "Böhmerdörfer" Wolfsberg, Weidenthal und Lindenfeld im Semenik Hochgebirge gegründet. Die Siedler kommen aus dem Böhmerwald, aus der Umgebung von Klattau.
In all diesen Dörfern war mein Großvater, der "Grenzner Otata", Lehrer.
Ansiedlerwellen
1846
200 Slowakische Arbeiterfamilien kommen nach Reschitz. Ob da vielleicht auch unsere Babiaks dabei waren?
1850
170 Berg- und Hüttenarbeiter aus Tschechien lassen sich in Reschitz nieder. Es könnte eine heiße Spur zu unseren Urahnen sein.
In 1855 verkaufte die Wiener Hofkammer ihre Banater Montanbesitze der STEG (Staatseisenbahngesellschaft). Dazu gehören auch die Kohlengruben von Steierdorf, Sekul und Doman und das Eisenwerk aus Reschitz.
1856
Aus den Zipps kommen über 100 Hüttenarbeiter, nochmals eine mögliche Spur zu den Babiaks.
"Ti Peagbahn"
In 1873 wird die Bergbahn zwischen Sekul und Reschitz fertig gestellt, hauptsächlich um die Kohle besser zum Hüttenwerk bringen zu können. Mit dieser Bahn bin ich als kleiner Junge auch noch gefahren.
Ich kann mich noch erinnern wie aufgeregt ich die Nacht vor der "großen Fahrt" verbrachte.
Früh morgens ging es los, ich glaube es waren zwei kleine Personenwagen und wahrscheinlich auch noch einige mit Kohle. Für mich damals (ich war so 3...4 Jahre alt) war es aber wie eine Weltumrundung und Reschitz schien auch am anderen Ende der Welt zu liegen.
Fauchend und zischend, oft nur in Schritttempo ging die Fahrt von unterhalb der "Separation" los, unter dem "Kanal", den Bach entlang in einem schmalen und dunklen Tal.
Bei der "Sekuler Brücke", da wo jetzt der Damm des Sekuler Stausees steht, wurde eine Längere Pause eingelegt. Die Lok wurde mit Wasser versorgt, danach ging' s im Bersautal weiter abwärts.
Eine tiefe Bewunderung empfand gegenüber den mutigen Jungs und Mädchen (ich konnte damals noch nicht schwimmen und hatte Angst vor tiefem Wasser) die in der Bersau badeten beim Touristenstrand.
Dieser, 1929 eröffnete Strandbad, den man kurz beim vorbeifahren erblicken konnte, war einer der Höhepunkte meiner Fahrt.
Während man die "Länd" Siedlung passierte wurde es für mich immer Respekt einflößender: Die Brücken und Basine, Dämme auf der Bersau, die gewaltigen Rohrleitungen die das Wasser aus dem "Kanal" in die "Ländzentrale" stürzen ließen, die Alteisen Deponie mit dem großen Kränen und dann die vielen Gleise in der "Stavila", das alles war mächtig beeindruckend..
Zurück nach 1880, dem Jahr in dem ein Sekuler Bergmann, ich glaube es war einer aus der Windhager Familie,
der in den Wälder bei Piatra Alba einen wichtigen Fund macht: einige hundert Münzen aus der Römerzeit des 3. Jahrhunderts.
Diese Römer waren aber auch überall! !